Industrialisierung und ihre Einflüsse auf Angersbach
Übergang vom traditionellen Handwerk zur Industriegesellschaft

Gewerbefleiß und Geschicklichkeit zeichneten schon von jeher die Bewohner unserer Heimat aus. So gab es Töpfer in den Wüstungen Dietzels und Heines. In der Teufelsmühle entdecken wir Schlackenhaufen, die beweisen, daß sich dort einmal eine Eisenschmelzerei befand. Der Flurname Toter Mann1 sagt uns ebenfalls, daß hier vor langer Zeit nach Eisen geschürft wurde. Köhler, die in den Wäldern ihre Meiler errichteten, versorgten die Eisenhütten mit Holzkohle. Die verlassenen Sandsteinbrüche im Aßberg erinnern an die Zeit, da hier tüchtige Steinhauer ihre schwere Arbeit verrichteten. An den Deckenbalken mancher alter Häuser sind noch die Haken zu sehen, an denen die Webstühle befestigt waren. Bis vor wenigen Jahren noch waren Angersbacher Holzschuhe in der näheren und weiteren Umgebung ein Begriff.
Die Zeit eilt weiter. Die Eisengießer stellten ihre Arbeit ein. Das Hämmern in der Waldschmiede verstummte. Die Meiler erloschen. Auch das Webschiffchen stand eines Tages still. Aber die Menschen verzagten nicht. Sie stellten sich um und erlernten neue Berufe.2
Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Industrialisierung auch in Angersbach Fahrt auf. Lebte man bis dahin noch eher von der Körperkraft, so kamen nach und nach auch Maschinen zum Einsatz. Angersbach wurde an das Schienennetz angebunden, die Landstraße wurde ausgebaut. Dies führte zu einer höheren Mobilität der Menschen, die zuvor für längere Strecken auf Pferdekutschen angewiesen waren. Das Dachziegelwerk zwischen Lauterbach und Angersbach sorgte für viele Arbeitsplätze.

Eisenbahn- und Straßenbau in Angersbach
Foto: HBA

Veränderungen in Handwerk, Handel und Industrie
Foto: VuG, S. 145

Dachziegelwerk
Foto: Hess. Staatsarchiv,r_4_nr_22753
