herkunft des namens „Angersbach“
„Wenn der Geschichtsforscher so weit in das Alterthum zurückgeht, daß er seinen Fuß nicht mehr auf den sicheren urkundlichen Boden zu setzen vermag: So sieht er sich genöthigt, in das Reich der Sage einzutreten, und müht sich, in dem Dämmerlichte, das hier herrscht, einzelne Haltpunkte zu gewinnen, welche er dann unter sich und mit dem festen Boden, von dem er ausgieng, zu verbinden sucht“.
Prof. Dr. WEIgand, 18521
Woher kommt der Name Angersbach?
Es gibt mehrere Ansichten, woher unser Dorf seinen Namen hat. Otto Schnell schreibt hierzu 1963 in der Festschrift „Vergangenheit und Gegenwart“ auf Seite 13:
„Sehr einfach sehen es diejenigen, die den Namen vom Anger am Bach ableiten. Andere behaupten, unser Dorf ginge auf eine Klostergründung des britischen Mönches Ansgar zurück. Nach ihm sei dann die Siedlung „Ansgarsbach“ genannt worden. Urkundlich kommt ein Kloster in unserem Dorfe zu keiner Zeit vor. Die beiden angeblichen Beweise für sein Vorhandensein nicht nicht stichhaltig. Die sogenannten Reste von Klostermauern neben der Kirche gehören zweifellos zur ehemaligen Ruine der Burg Angersbach. Das im Pfarrarchiv aufbewahrte gotische Wachssiegel ist nachweislich das Siegel des Michaelsklosters von Fulda. Es wurde von irgendeiner Urkunde abgeschnitten und hat mit dem Mönch Ansgar nicht das geringste zu tun. Der dritten Deutung unseres Dorfnamens schloss sich Hauptlehrer Eckstein nachdrücklich an. Danach wäre z’Angerespah in vier Worte zu zerlegen: z’=zum, ansgara=fließendes Wasser, res=Sumpf und pah=Bach. Der Name z’Angerspah würde also bedeuten:
Zum Dorfe an dem Wasser, das durch den Sumpf fließt.„

Lage am Fluss Lauter
Dr. Weigand erklärt in seinem Werk „oberhessische Ortsnamen“ (1852) den Namen mit „zu dem den Anger durchfließenden Bache„.
Frühe Gründung eines Klosters
Dies ist die einzige Quelle, die ich zu einem angeblichen Kloster an der Stelle der jetzigen Angersbacher Kirche finden konnte. Der Artikel wurde von Dr. Schneider im Jahr 1829 verfasst und ist im 4. Band seiner 4-bändigen Reihe „Buchonia“ enthalten.2
Der Verfasser hat in der Überschrift wohl nicht unabsichtlich erwähnt, dass die Notizen „theils auf Tradition beruhen“. Denn historische Quellen hat er zu dem angeblichen Kloster nicht angegeben.3 Auch zu den „Herren v. Sonnenberg“ findet sich keine Fundstelle.
Mehr zum (eventuellen) Schloss und zu den (eher unwahrscheinlichen) Herren von Sonnenberg findet ihr hier.

- Weigand, Oberhessische Ortsnamen, S. 241. ↩︎
- Quelle: Fuldaer digitale Sammlungen (FulDig) (abgerufen 04/2025). ↩︎
- Auch Otto Schnell und Wilfried Hilbrig verneinen die Existenz eines Klosters (Vergangenheit und Gegenwart, S. 118; Aus Angersbachs Geschichte erzählt, S. 17). Lehrer Eckstein veröffentlichte im Jahr 1931 einen längeren Aufsatz mit dem Titel „Die Sage vom Kloster Angersbach“ (Heimatblätter für den Kreis Lauterbach 1931, Nr. 1). ↩︎
