Es gibt sogar einen Roman, der das Leben der Mechthild von Wartenberg zum Gegenstand hat. Henry Euler aus Lauterbach veröffentlichte 2010 das Buch Buchonia Mechthild. Euler schreibt in einem Nachwort auf Seite 370:
„Was auf Burg Wartenberg und in der zwanzig Kilometer entfernten Abtei und Stadt Fulda vor 750 Jahren geschah, ist die historische Grundlage für ‚Buchonia‘, das schon in der Römerzeit so bezeichnete Hügelland zwischen Vogelsberg und Rhön mit seinen dichten Buchenwäldern. Dichtung und Wahrheit liegen oft nahe beieinander. Ich habe mich aber bemüht, die Grenzen – bis auf drei Erzählmotive – nicht zu überschreiten.“
Dass hier kein rein fiktiver Roman vorliegt sieht man auch am Quellenverzeichnis. Bücher von Wilfried Hilbrig und der Fördergemeinschaft zur Rettung der Burgruine werden dort unter anderem genannt.
Inhalt:
Buchonia, S. 62
Der Schüler Tilmann wird durch einen merkwürdigen Vorfall aus der Gegenwart zurück in das Jahr 1265 versetzt. Schon seit dreißig Jahren führt die Abtei Fulda nun schon Krieg gegen die Abtei Würzburg und buchonische Ritter-Rebellen. Der Ausgang der „Stiftsfehde“ ist ungewiss. Tilmann ist hin und her gerissen zwischen der Sehnsucht, nach Hause zurückzukehren und dem Leben im Kloster, das ihn zu neuen Freunden und seiner ersten Liebe, Mechthild von Wartenberg, führt. Das Schicksal fordert ihn heraus und Tilmann erlebt ein atemberaubendes Abenteuer:
„Heinrichs Stimme hallte laut von den Mauern und Wänden wider. >>Die Abteilämmer und ihr Leithammel Bertho wagen es, uns zu beleidigen und Bedingungen zu stellen. Uns, die wir die alteingesessenen und somit rechtmäßigen Eigentümer dieses Landes sind, das mein Vater Friedrich mit dieser Burg verziert hat. Niemand verlässt die Burg! Jeder macht seine Arbeit!<<, rief er wütend. >>Feiglinge und Zauderer werden festgenommen und eingesperrt! Ich habe die Wachen verstärkt, an den Toren und auch an der Straße. Berthold von Ziegenhain und unsere Verbündeten werden mit Heerscharen hier eintreffen.<<„1
Auf dem Bild oben ist ein Ritter mit dem Wartenberger Wappen auf dem Schild zu erkennen. Im Hintergrund fließt die Lauter. Rechts unten hält ein Ritter den steinernen Adler in seinen Händen.
Die Bruchstücke des Adlers wurden am 2. April 1938 in den Trümmern von Palas I gefunden. Von Künstlerhand zusammengefügt und ergänzt ist er heute als einer der bemerkenswertesten Wartenbergfunde im Hohhaus-Museum ausgestellt.2
>>Mechthild<<, stöhnte der Schwarze Ritter. >>Meine liebste Tochter. Sie ist krank. Was für ein Unglück.<< Er wandte sich Tilmann zu. >>Wer bist du, Junge?<< >>Mein Name ist Tilmann Schmitt<<, sagte Tilmann mit zitternder Stimme. >>Ich habe viel von Ihnen gehört. Sie sind Ritter Dietrich von Wartenberg?<<
Buchonia, Mechthild, S. 196
Erschienen ist das Buch 2010 im Parzeller Verlag, Fulda, und kann dort weiterhin bestellt werden (Stand 03/2025).
Henry Euler
Heinrich „Henry“ Euler (1947 – 2018) war ein deutscher Kinderbuchillustrator und Schriftsteller. Er wurde in Lauterbach geboren, seine Kindheit verbrachte er in den 1950er Jahren in Maar und Landenhausen. Von Beruf Lehrer, illustrierte er auch verschiedene Bücher. Das Kinderbuch ‚Die Koselmühle‘ mit Text der Schlitzer Schriftstellerin Gudrun Pausewang zählt als sein bekanntestes Illustrationswerk.3