der sonnberg

Die Herren von Sonnenberg und mehr noch die von Wartenbach, bösartige Raubritter der damaligen Zeit des Faustrechtes, lebten in vielfachen Fehden mit den Aebten von Fulda.

Schneider, Buchonia, S. 171

Gab es die „Herren von Sonnenberg“ und eine Burg auf dem Sonnberg denn nun wirklich?

Otto Schnell, Vergangenheit und Gegenwart, Seite 64 f.:

Hauptlehrer Otto Schnell schreibt 1963: „Nach dem Volksmund soll auf dem Sonnberg eine Burg gestanden haben. Wir können annehmen, dass die Herren von Angersbach und ihre Nachfolger von Wartenberg zumindest einen befestigten Wohnsitz dort hatten. Auch die Formulierung in den Lehensbriefen des 15. Jahrhunderts lässt diesen Schluss zu. Nach Hauptlehrer Eckstein wurden auf dem Sonnberg vor dem ersten Weltkrieg alte Schwerter ausgegraben. Von Mauern aus Sandsteinquadern erzählt man sich noch heute. Bewohner von Angersbach fuhren sie zum Hausbau ins Dorf. Eine genauere Nachforschung auf dem Sonnberg dürfte sich wohl lohnen.“

Johannes eckstein, Flurnamen in angersbach:

Unser Hauptlehrer und Heimatforscher Johannes Eckstein schreibt hierzu 1929 in seiner Flurbeschreibung unter Ziffer 12:

„Nach dem Volksmund soll hier eine Burg gestanden haben. In der Familienchronik der Riedesel ist von einer Burg niemals die Rede. In dem Lehensbrief, den der Graf zu Ziegenhain und Nidda am 25. Februar 1429 dem ersten Vertreter der Familie Riedesel, dem Ritter Hermann Riedesel, ausstellt, heißt es:

item Sonnenberg mit holze, velde und allen seinen zugehorungen, besucht und unbesucht.

Vor dem Weltkriege wurden auf dem Sonnberge noch altertümliche Schwerter ausgegraben. Diese Funde beweisen noch nicht, daß da tatsächlich eine Burg gestanden hat. Landau (die hess. Ritterburgen), bestreitet, daß es ein Geschlecht von Sonnenberg und eine Burg Sonnenberg gegeben hat.

Ein Gut mit einer Weide?

Ich nehme an, daß der Name Sonnberg von dem ahd. (althochdeutschen) senne d.h. Weide kommt. Senne umgewandelt in: Sonne, Sand, Sang. Es war ein Weideberg, der gemeinsam mit dem Vieh geweidet wurde; es müsste also richtiger Weise heißen: Senneberg. Der Sonnbergsköppel könnte als Weide gedient haben. Es ist heute noch stellenweise Weide. Es wäre wohl anzunehmen, wenn die Burg Sonnenberg wirklich bestanden hätte, daß in der Riedeselschen Familienchronik an irgendeiner Stelle entweder von der Burg Sonnenberg oder dem Geschlechte der Herren v. Sonnenberg die Rede sei. Nach dem Volksmund sollen die beiden Burgen Wartenberg und Sonnenberg gleichzeitig bestanden haben und sollen gleichzeitig zerstört worden sein. Von der Burg Wartenberg und dem Geschlechte der Herren von Wartenberg ist mehrfach die Rede, aber nicht von Sonnenberg. Auch Schneider (Buchonia) erwähnt kurz das Schloß Sonnenberg; seine Notizen beruhen aber, wie er selbst sagt, teils auf Urkunden, teils auf Tradition. In der Familienchronik der Riedesel wird wiederholt von einem Gut gesprochen, das „An der Seite des Sonnbergs gelegen“. Der Name Schorbachsgut oder Korbachsgut könnte darauf deuten, daß das Gut hier lag. Ahd. scorre=steiler Felsen, also das Gut an dem Bach, der von dem steilen Felsen kommt. Ob das Gut mit der Burg im Volksmund verwechselt wird?“

Dr. Joseph Schneider:

Dr. Joseph Schneider schreibt im Jahr 1829 (ohne Angabe von Belegen)1:

Der komplette Artikel kann hier nachgelesen werden.

Dr. Johann Philipp Dieffenbach

bereiste im Jahr 1846 Oberhessen:2

Georg Landau, hessische Ritterburgen, S. 402:

Die Phantasie Dr. Schneiders kommentiert Landau im Jahr 1832 wie folgt:

Wilfried Hilbrig:

„Die Herren von Angersbach hatten ursprünglich auf dem Sonnberg einen befestigten Burgsitz mit weitem Blick über das Tal. Von diesem kleinen Schloß aus konnte die uralte Handelsstraße unten wie auch die in Angersbach abzweigende Straße durch das „Lehchen“ über die Höhe nach Lauterbach beobachtet werden. Noch heute heißt dort oben ein Flurname ‚Auf der Warte‘, wo es einen Wachtturm oberhalb des Sonnbergs („Sconeberg“) gegeben haben muß.

Dieser alte Name bedeutet „Schönberg“ und besagt, daß es dereinst ein waldfreier Berg gewesen war. Ein Dr. Mayer berichete: ‚Das Schloß Sonnenberg am Sonnenborn stand auf der Höhe 362,8, wo die Flur Auf der Warte heißt, es wird dort von 1435 bis 1459 als Besitztum der Ritter zu Angersbach erwähnt.‘ Seine Besitzer waren mit den Eisenbacher Herren verwandt, sie waren durch Pfade mit Eisenbach verbunden. Der deutsche König Heinrich IV. soll im Jahre 1071 über den Sconeberg gezogen, von Udenhausen her kommend, am Steinberg vorbei und dann vermutlich in dem Schloß eingekehrt sein.“ 3 Hilbrig geht auch auf eine Begehung des Sonnbergs mit dem Bad Salzschlirfer Heimatforscher Ferdinand Stein im Jahr 1991 ein. Beide fanden dort Mörtelspuren und legten eine 1 Meter breite Mauer frei.

Eine weitere Beschreibung stammt von von Hofrath Georg Wagner aus dem Jahr 1854. Neben anderen Angersbacher Wüstungen erwähnt er auf Seite 426 unseren Sonnenberg4:

Und Dr. Georg Michel schreibt 1955: „Im 13., frühestens im 12. Jahrhundert entstanden Wartenberg (im Volksmund Wartenbach) bei Angersbach, Sonnberg (dicht bei Wartenberg), die Naxburg (bei Freiensteinau), Eisenbach, die Schlitzer Burgen und Burg Blankenwald bei Blankenau.“5

  1. Buchonia, S. 170 f. ↩︎
  2. Dieffenbach, in: Archiv für Hessische Geschichte und Alterthumskunde, 5. Band, 1. Heft, S. 81. ↩︎
  3. Angersbachs Geschichte, S. 20 ↩︎
  4. Wüstungen im Großherzogthum Hessen, S. 426. ↩︎
  5. Heimatbuch 1, S. 54. ↩︎