Gasthaus zur Wartenbach („Naumanns“)
Das „Lang’sche Haus“ wurde 1822 erbaut, nachdem das hier vorher befindliche Haus abgerissen wurde. Unter anderem wohnte der Lehrer Wilhelm Ackermann Ende der 1840er Jahre hier, wohl zur Miete (siehe „Wartenberger Nachrichten“, 1983, rechts).
Aus alten Unterlagen geht hervor, dass in dem vor 1822 existierenden Haus ein Henrich Ahlbrand jun. (ohne Datum), Andreas Kimm und A. Katharina Schnegelberger (bis 1797) sowie Johannes Suppes und Elisabetha Dorothea Küster (1797-1807) wohnten.


Im Lang’schen Haus war ein ‚Kolonialwarenhandel‘ und die erste Poststelle untergebracht (1883-1932). Auch die erste Tankstelle wurde Ende der 1920er Jahre eingerichtet.

Seit dem Bau 1822 (und schon ab 1807 im Vorgängerhaus) war die Familie Lang Eigentümer. Es ist davon auszugehen, dass die Langs von Beginn an eine Gaststätte betrieben („Restauration Lang“) und – siehe W. Ackermann – Fremdenzimmer vermieteten.






Um 1900 hieß das Gasthaus der Familie Lang noch „zur Post“. Der Angersbacher Pfarrer Edmund Licht verfasste 1900 das Büchlein „Führer für Bad Salzschlirf und Umgegend“, in welchem er unter anderem die angrenzenden Ortschaften Angersbach und Landenhausen beschrieb.
Wie den Wartenberger Nachrichten oben zu entnehmen ist, war die Gaststätte bis 1938 auch verpachtet an Heinrich Göbel und Rudolf Hoeck.
1938 kaufte der bis dahin in Sickendorf als Gutverwalter tätige Heinrich Naumann das Haus von den Erben Johann Friedrich Langs (*1854 +1900) und dessen Ehefrau Marie, geb. Rodemer (*1861 +1935), und führte die Gastwirtschaft bis 1951 unter eigenem Namen fort.





1951 – 1961 pachtete Maria Harlinghausen die Gaststätte. Die Familie Naumann blieb weiterhin im Obergeschoss dort wohnen. 1960 kehrte ein amerikanischer Soldat im Gasthaus „Zur Wartenbach“ ein. Er kam dort mit einem einheimischen Mann ins Gespräch und erzählte, dass seine Vorfahren aus Schwarzenborn ausgewandert seien. Der G. I. hieß: Angersbach.1




1961 – 1964 wurde das Lokal wieder durch Frau Meta Naumann und ihre 3 Töchter geführt.




Von 1964- September 1965 war Pächterin der Gaststätte Frau Eleonore Rudolf, danach Herr Rolf Koepernick.
Ab dem 1.2.1969 führte Rolf Kühl erfolgreich den Betrieb. Am 1.4.1974 schloss das „Gasthaus zur Wartenbach“ seine Pforten. Rolf Kühl wechselte nach Lauterbach und übernahm den „Hessischen Hof“. Ach ja, 1969 konnte Rolf Kühl den (damals) berühmten deutschen Schauspieler Walter Giller im Gästehaus Naumann begrüßen.


Otto Winterholler veröffentlicht im Lauterbacher Anzeiger regelmäßig Artikel über „alte Gasthäuser im Vogelsberg“. Am 27.9.2025 erschien der Artikel über das Gästehaus Lang bzw. Naumanns.
- Vergangenheit und Gegenwart, S. 34 f. ↩︎
