Angersbacher Lehrer

Zu der nachfolgenden Aufstellung: In der jeweiligen Überschrift wird meist nur der sogenannte „erste Lehrer“ genannt. Dabei muss man berücksichtigen, dass es bis zum Jahr 1836 nur einen einzigen Lehrer gab. Als ab 1836 weitere Lehrer hinzukamen, nannte man den „Rektor“ quasi „1. Lehrer“. Einen Abschnitt über das Angersbacher Schulwesen findet ihr hier.

Bis zum Tode des Schullehrers Johannes Suppes im Jahr 1836 war unsere Schule einklassig, ein einziger Lehrer hatte also alle Jahrgänge mit insgesamt etwa 200 Schülern zu betreuen.1 Noch im Jahr 1938 unterrichteten nur 3 Lehrer (Eckstein, Schwing, Hof) die stattliche Anzahl von 181 Schülern.2 Die Klassengrößen sind also überhaupt nicht mit der heutigen Zeit zu vergleichen.

1637 – 1658: Hermann Jacobi (gebürtig von Stockhausen)

Er heiratete 1636 in Angersbach und wurde am 31.3.1658 in Angersbach begraben.3

1658 – 1694: Wilhelm Balthasar Völler

Er stammte aus Schlitz, heiratete 1659 in Angersbach und wurde 62-jährig am 28.12.1694 in Angersbach begraben (geboren also im Jahr 1632). Bis 1658 war er in Burg-Gemünden tätig.4 Völler hinterließ der Nachwelt u.a. eine Aufstellung über seine Besoldung.

1694 – 1731: Adam Völler

Geboren am 17.11.1663, begraben am 30.10.1731.5 Sohn des obigen Wilhelm Balthasar Völler. Adam heiratete 1689 Helena Lautenbach, die Tochter des Schreiners und Orgelbauers Conrad Lautenbach. Ein Urenkel ist der Angersbacher Erfinder und Hofinstrumentenmacher Johann Heinrich Völler.

Adam Völler hat auch mit dafür Sorge getragen, dass uns der Bittbrief aus 1498 überliefert wurde. Völler hatte diesen alten Brief im Jahr 1703 kopiert. Mehr zum Bittbrief findet Ihr im Abschnitt Angersbacher Kirche.

1731 – 1773 Johannes Völler

Getauft am 14.6.1702, gestorben am 5.1.1774. Er heiratete im Jahr 1732. Sohn von Adam Völler.6 Sowohl Johannes als auch Adam Völler waren zunächst Adjunkten (Gehilfen) ihrer Väter gewesen.7

1774 – 1808: Friedrich Konrad Küster

Er kam aus Dannenrod und war vor seiner Tätigkeit in Angersbach 9 Jahre Diener bei den Riedeseln. Küster heiratete 1775 in Angersbach und starb am 30.12.1808 mit 69 Jahren.8 Er war auch Organist in Angersbach.9

1809 – 1836: Johannes Suppes

Suppes wurde am 1.12.1775 als Sohn des Lehrers Johannes Suppes in Nieder-Moos geboren. Er heiratete 1802 Elisabeth Küster, die Tochter seines Vorgängers, und starb am 28.9.1836. Bereits im Jahr 1802 war er Gehilfe seines Vorgängers.10

1836 – 1846: Johann Georg Beez

Beez wurde am 2.7.1813 in Lanzenhain geboren. Er besuchte 1832 das Schullehrerseminar in Friedberg und war von 1832 bis 1835 Schulvikar in Nösberts-Weidmoos. Beez heiratete 1839 in Angersbach und starb am 1.11.1846.

1845 – 1851: Wilhelm Ackermann

Da er „nur“ die 2. Lehrerstelle innehatte, wird Ackermann bei manchen Auflistungen der Lehrer nicht genannt. Er muss sehr begabt gewesen sein, denn er hat sich über seine schulische Arbeit hinaus noch in anderen Gebieten betätigt. Er unternahm eine Grabung bei der „Wartenbach“, hatte Talent zum Malen und hat auch das Dorf gemalt. Bis zu seiner Versetzung 1851 belebte er das Dorf mit dem von ihm 1849/50 gegründeten Männergesangverein „Frohsinn„.12

Ackermann wurde am 27.3.1826 in Sprendlingen geboren und war nach seiner Angersbacher Zeit von 1851 bis zu seiner Pensionierung 1894 in Neu-Isenburg. Er starb am 27.2.1905.13

1847 – 1864: Johann Konrad Schneider

Er wurde am 27.2.1808 in Heblos als Sohn des Lehrers Adam Schneider geboren. Von 1832 bis 1835 war er Lehrer in Allmenrod, von 1835 bis 1847 war er Vikar und der dritte Lehrer in Lauterbach. Er starb am 19.11.1864.14

1864 – 1865: Karl Eckhardt

Geboren am 5.3.1846 in Langgöns heiratete er 1878, ging nach Amerika und starb 1892 in Afrika.15

1866: Heinrich Walther

Er kam aus Langen-Bergheim.16

1866 – 1891: Karl Kaspar Lanz

Karl Kaspar Lanz wurde am 25.1.1820 in Maulbach geboren. Er besuchte 1840 das Schullehrerseminar in Friedberg, war von 1840 bis 1842 Vikar in Bernshausen und von 1842 bis 1866 Vikar und Lehrer in Schwarz. Lanz blieb bis zu seinem 72. Lebensjahr im Dienst und wurde 1892 pensioniert. Er starb in Altenburg am 1.12.1901.17

1893 – 1915: Peter Göckel

Peter Göckel wurde am 20.7.1846 in Wald-Amorbach geboren und war von 1867 bis 1870 als Vikar in Landenhausen und Rudlos eingesetzt.18 Er war von 1875 – 1883 zweiter Lehrer an der Angersbacher Schule, 1893 kam er dann erneut als erster Lehrer. In den 10 Jahren dazwischen wurde er im Austausch mit dem Schulvikar Heinrich Schneider nach Landenhausen versetzt. Grund hierfür: Wegen des „Singvereins“, dessen Chor er leitete, überwarf er sich mit dem Pfarrer, Bürgermeister und ersten Lehrer, den führenden Persönlichkeiten des Schulvorstandes. Grund für die Rückkehr nach Angersbach war wohl daher ein Bürgermeisterwechsel19, sowie das Freiwerden der 1. Lehrerstelle. Er heiratete dann 1899 in Angersbach, 53-jährig.

Göckel standen die Lehrer Georg Korndörfer und Heinrich Belling zur Seite. Zu dritt unterrichteten sie anfangs des Schuljahres 1903/1904 insgesamt 223 Schüler, verteilt auf 3 Klassen (Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe).20

Nach Einweihung der neuen Schule („Backsteinschule“) am 11. April 19o4, wurde die dreiklassige Volksschule in eine vierklassige umgewandelt. Als 4. Lehrer kam Schulverwalter Mayer nach Angersbach.21 Peter Göckel wurde 1915 pensioniert und starb am 6.7.1917 in Lauterbach.22

Ihm wurde anlässlich seiner Ruhestandsversetzung am 29.12.1915 die Krone zum Ritterkreuz II. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

1915 – 1928: Heinrich Maurer

Heinrich Christian Maurer wurde am 18.11.1878 in Maibach Kreis Friedberg geboren. Am 30.09.1903 wurde er Lehrer an der Gemeindeschule zu Landenhausen, am 29.09.1908 wurde ihm das Amt eines Lehrers an der Angersbacher Schule übertragen, 1915 wurde er „1. Lehrer“. Er blieb in Angersbach, bis er am 30.11.1927 Lehrer an der Volksschule zu Langen (Kreis Offenbach) wurde. Am 28.01.1941 wurde er dort Rektor, verstarb allerdings knapp zwei Jahre später am 07.11.1942 in Langen im Krankenhaus.23

Maurers Sohn Otto, Jahrgang 1907, wurde der 1. Vorsitzende bei Gründung des TV Angersbach im Jahr 1925. Heinrich und Otto Maurer sind in keiner Weise mit Karl Maurer (u.a. Wartenbach-Ausgrabung) verwandt.

1928 – 1945: Johannes Eckstein

Johannes Eckstein wurde am 23.4.1882 geboren. Er war verheiratet und hatte ein Kind.24 Eckstein kam 1925 als Lehrer nach Angersbach und ging 194825 in den Ruhestand. Er verfasste 1929 eine Übersicht über die Angersbacher Flurnamen und veröffentlichte mehrere Beiträge in den Heimatblättern für den Kreis Lauterbach.26 Neben Eckstein unterrichteten die Lehrer Karl Schwing und Hermann Hof. Eckstein, Schwing und Hof wohnten in der Backsteinschule. Eckstein zog später gemeinsam mit seiner Ehefrau zu seiner Tochter Ilse, die mit ihrem Mann in Angersbach im Oberdorf ein Haus bewohnte.

Hier noch ein kurzer Werdegang zu Johannes Eckstein:

Schulamtsaspirant aus Klein-Bieberau (Kreis Dieburg)
17.10.1906 Lehrer Gemeindeschule Altenhain (Kreis Schotten)
08.11.1913 Lehrer Volksschule Walldorf (Kreis Groß-Gerau)
21.03.1917 Lehrer Volksschule Weickartshain (Kreis Gießen)
15.04.1925 Lehrer Volksschule Angersbach
07.08.1941 Hauptlehrer27

1945 – 1948: Heinrich Füllenbach

Lehrer Füllenbach kam im Februar 1944 mit einer evakuierten Schulklasse aus Frankfurt. Die Jungs haben nach einem Bericht in den Heimatblättern wohl übel gehaust.

1948 – 1969: Otto Schnell

Seit 1947 als Lehrer an der Angersbacher Schule, von 1948-1969 als erster Lehrer.28 Otto Schnell veröffentlichte 1963 das Buch „Vergangenheit und Gegenwart“, die Festschrift zur 1150-Jahrfeier der Gemeinde Angersbach. Er hat sich um die Errichtung der Mittelpunktschule große Verdienste erworben.

1969 – 1975: Edmund Lorenz

Edmund Lorenz (*1930 +2022) war seit 1957 Lehrer in Angersbach, im Jahr 1969 wurde er nach dem Tode Otto Schnells Schulleiter (noch in der „Backsteinschule“).29 Herr Lorenz war Wegbereiter und erster Schulleiter der 1971 eingeweihten Mittelpunktschule Angersbach. 1975 wurde er als Schulleiter verabschiedet.30 In die Schulaufsicht wechselte Edmund Lorenz 1974, arbeitete als Schulrat im Schulamt Gelnhausen, kehrte aber schon ein Jahr später als Schulaufsichtsbeamter zum Schulamt Lauterbach zurück. Als Schulamtsdirektor wirkte er im Vogelsberg bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1995.31

Neben seiner (jahrzehntelangen) Tätigkeit als Vorsitzender der Gemeindevertretung von Angersbach – und nach dem Zusammenschluss mit Landenhausen ab 1972 Wartenberg – war er auch maßgeblich an der Gründung der „Fördergemeinschaft zur Rettung der Burgruine“ beteiligt. Lorenz war zudem lange Jahre 1. Vorsitzender des Turnvereins Angersbach und dessen Ehrenvorsitzender. 1977 wurde er für sein Engagement in Kommunalpolitik und Vereinen mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet, 1988 wurde sein außergewöhnliches Wirken für die Allgemeinheit mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande gewürdigt.32

1976 – 1982: Wolfgang Wendel

(Angersbachs Geschichte, S. 135; FS 25 Jahre MPS Angersbach, S. 15)

1983 – 1998: Rolf Steckenreuter

(Angersbachs Geschichte, S. 135; FS 25 Jahre MPS Angersbach, S. 15)

1998 – 2017: Brunhilde Bücking

Siehe Chronik der Grundschule Wartenberg

2018 – jetzt: Nicole Weber

Siehe Chronik der Grundschule Wartenberg

Johannes Eckstein, Burgr. Wart., S. 67
  1. Vergangenheit und Gegenwart, S. 126. ↩︎
  2. Vergangenheit und Gegenwart, S. 129. ↩︎
  3. Hessisches Lehrerbuch, S. 201. ↩︎
  4. Hessisches Lehrerbuch, S. 201. ↩︎
  5. Hessisches Lehrerbuch, S. 201. ↩︎
  6. Hessisches Lehrerbuch, S. 201. ↩︎
  7. Vergangenheit und Gegenwart, S. 127. ↩︎
  8. Hessisches Lehrerbuch, S. 201. ↩︎
  9. Geschichtsblätter 1914 Nr. 7/8, S. 54; dort wird der Name mit „Kiester“ angegeben. ↩︎
  10. Hessisches Lehrerbuch, S. 201. Großherzoglich-Hessisches Regierungsblatt 1836, Beilage 50, S. 526, abrufbar unter Google Books. ↩︎
  11. Bild aus: Aus Angersbachs Geschichte erzählt, S. 101. ↩︎
  12. Aus Angersbachs Geschichte erzählt, S. 66; Fest-Buch zum 60-jährigen Fahnenjubiläum des Männer-Gesang-Vereins „Frohsinn“ Angersbach, 1922, S. 7. ↩︎
  13. Hessisches Lehrerbuch, S. 202, 274. ↩︎
  14. Hessisches Lehrerbuch, S. 202. ↩︎
  15. Hessisches Lehrerbuch, S. 202. ↩︎
  16. Hessisches Lehrerbuch, S. 202. ↩︎
  17. Hessisches Lehrerbuch, S. 202. ↩︎
  18. Hessisches Lehrerbuch, S. 202. ↩︎
  19. Vergangenheit und Gegenwart, S. 128. ↩︎
  20. Hermann Walter, 100 Jahre „Neue Schule“ in Angersbach, 2004. ↩︎
  21. Hermann Walter, 100 Jahre „Neue Schule“ in Angersbach, 2004. ↩︎
  22. Arcinsys (abgerufen 09/2025); Hessisches Lehrerbuch, S. 202. ↩︎
  23. Sterberegister Langen 99/1942. ↩︎
  24. Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, G 35 E, 66/14. ↩︎
  25. Laut Hessischem Staatsarchiv ging er am 1.4.1945 in Pension (siehe Fußnote 4). ↩︎
  26. Herausgegeben wurden die Heimatblätter von 1931-1954 vom Verein für Heimatgeschichte und Kunst für Stadt und Kreis Lauterbach. Eckstein war auch 2. Schriftführer des Vereins (siehe Heimatblätter 1934, Nr. 37 und 1936, Nr. 54). ↩︎
  27. Arcinsys. ↩︎
  28. FS 25 Jahre MPS Angersbach, S. 10. ↩︎
  29. FS 25 Jahre MPS Angersbach, S. 10. ↩︎
  30. FS 25 Jahre MPS Angersbach, S. 15 ↩︎
  31. LA, 4.12.2010 ↩︎
  32. LA, 4.12.2010 ↩︎